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Es war eine bewegende Begegnung, die durch das Anne-Frank-Zentrum Berlin und die Ruth-Weiss-Stiftung zustande gekommen war: Die Journalistin und Zeitzeugin Ruth Weiss kam an unsere Schule, um vor Schülerinnen und Schüler aus zwei Lerngruppen des 10. Jahrgangs aus ihrem Leben zu erzählen und Auszüge aus ihrer Autobiographie „Wege im harten Gras“ vorzustellen.

Ruth Weiss 1

Schon der Begriff „Zeitzeugin“ bedarf der weiteren Erklärung, denn es ist nicht nur eine Zeit, über die Ruth Weiss aus eigenem Erleben berichten kann. Als Kind erfuhr sie die Zeit des beginnenden und sich in kürzester Zeit als lebensbedrohlich offenbarenden Antisemitismus des totalitären NS-Regimes. Die Flucht nach Südafrika im Jahr 1936 brachte sie in ein von der rassistischen Ideologie der Apartheid geprägtes Land. Dass sie sich als Mensch und Journalistin klar dagegen positionierte, führte 1966 zur Aberkennung ihrer südafrikanischen Staatsbürgerschaft – sie verlor ihre Heimat ein zweites Mal und durfte erst 1992 wieder einreisen.

Ruth Weiss sieht es bis heute als ihren Auftrag an, junge Menschen zu motivieren, gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung einzutreten. Die Schülerinnen und Schüler, die sich in der letzten Zeit im Unterricht mit Anne Frank und der NS-Zeit beschäftigt hatten, waren gebannt von ihren Erzählungen, von ihrer Ausstrahlung und ihrer Nähe zu den jungen Menschen. 

Christine v. Amelunxen

Der erste Dezember 2021. Für viele klingt das Datum erst einmal unspektakulär. Gut, es ist der Welt-Aids-Day. Aber darüber hinaus war es für die muttersprachlichen Deutschgruppen der 10B und der 10D war ein außergewöhnlich eindrucksvoller Tag, denn die Journalistin und Zeitzeugin des NS-Regimes Ruth Weiss hat uns besucht und uns von ihrer Zeit in Deutschland vor 1936 erzählt. Sie wurde 1924 als zweite Tochter in eine jüdische Familie geboren und hat bis 1936 in Deutschland gelebt. Danach ist sie mit ihrer Familie nach Südafrika emigriert. Außerdem hat sie, was besonders für unsere Schule interessant ist, mehrere persönliche Treffen mit Nelson Mandela gehabt.

In eineinhalb Stunden machten wir mit ihr eine Reise durch ihr Leben und diverse Themenfelder. Angefangen bei der Geschichte jüdischen Lebens in Fürth, der Stadt ihrer Kindheit, und Nürnberg, über ihre Emigration und über für sie prägende Erlebnisse während der Apartheid in Südafrika, kamen wir schließlich auch noch zu grundsätzlichen Fragen über Demokratie und Meinungsfreiheit. Obwohl Ruth Weiss selbst viel zu erzählen hatte, hat sie all unseren Fragen aufmerksam zugehört und versucht, diese angemessen zu beantworten. Auch Auszüge aus ihren Büchern kamen nicht zu kurz. In den Textpassagen gelesen von ihrem Begleiter Lutz Kliche wurde uns noch detaillierter aufgezeigt, welche bewegenden Erlebnisse ihr Leben geprägt haben. Am spannendsten fand ich die Anekdote über Nelson Mandela: Bei der Verleihung eines Doktorhutes habe dieser sich auf der Bühne einfach umgedreht, weil ihn etwas anderes fasziniert hat. Es waren Schulkinder, die im Hintergrund standen. Ich finde das besonders für uns junge Leute sehr schön, weil es deutlich zeigt, welche Rolle wir und unsere Bildung für die Welt spielen. Wir können sie verändern und Nelson Mandela hat das auch so gesehen.

Besonders beeindruckend war aber die Aura, die diese Frau ausgestrahlt hat. Ihr hohes Alter (97 Jahre) und eine leichte Erkältung hinderten sie nicht an der Lesung bei uns - sie wollte unbedingt in unsere Schule kommen und sich mit uns unterhalten.

Jasper Jokisch, 10d

Ruth Weiss 2

At first, the first of December seemed a day like any other. At 11.30 am the class 10d hurried to the auditorium in order to meet the highly anticipated 97 year old German jewish journalist and activist: Ruth Weiss. The room was silent as she first introduced herself and then began relaying her pre adolescent years in Nazi Germany. We listened with fascination as she described her voyage to South Africa, where she encountered another oppressive regime. A couple of times throughout the presentation students where allowed to ask questions. One particularly memorable one was that of: “How can young people do the right thing? What is the right thing?” One saw her face light up passionately as she swore that we should never remain silent in the face of injustice. Later, she told us an anecdote about Nelson Mandela, whom she had met several times. After a couple more questions, the presentation ended abruptly. We were all impressed and wished to ask her more. 

It was a fascinating and unforgettable experience to meet someone who lived through so many different time periods and political regimes. Ruth Weiss’s ability to never stop learning and adapting was something that particularly struck us. On behalf of the class 10d I would like to thank both; Ruth Weiss for joining us at the Nelson Mandela School, and Frau von Amelunxen for organizing this singular event.  

Lia Misselwitz, 10d


Fotos: Arohi Prabhu, 10d

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