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Zivilcourage von Lubaya (8b)

Rassismus bleibt  in der deutschen Gesellschaft stets weit verbreitet. So kann man als Afrodeutscher nicht seine Haare offen tragen, ohne alle Blicke auf sich zu ziehen und von Fremden durch Anfassen der Haare (ohne Erlaubnis) belästigt zu werden. Sprüche wie: „Ach ja, ein Wuschelkopf!” und Gewalt sind dabei leider keine Seltenheit. Als mich einmal ein Mann ansprach, ob er meine Haare anfassen dürfe und ich nein sagte, spuckte er mir auf die Füße und schubste mich um. 

Wie handelst du als außenstehende Person in einer solchen Situation? 

Bist du einer der vielen Menschen, die wegschauen und weiter gehen, oder zeigst du Zivilcourage?

 Eine Psychologin sagt in einem Interview, Zivilcourage sei der Mut, den jemand beweist ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten vertritt. Im Gegensatz zur Hilfestellung gibt es bei der Zivilcourage einen Dritten, der einen anderen bedroht. Ergänzend meint die Psychologin, Zivilcourage sei eine Frage der Wertorientierung: Wie verbindlich für sie humane Grundwerte seien: Toleranz, Hilfsbereitschaft, Solidarität, Überzeugungskraft und Mut.

Merkst du, wenn Menschenrechte verletzt werden?

Sie erzählt außerdem, es falle vielen Menschen schwer Zivilcourage zu zeigen.

Warum, ist schnell und einfach erklärt: Zuerst muss man die Situation wahrnehmen und sie als Notfall bewerten, dabei kämpfen in einem zwei Werte, der Wert der Privatsphäre und Hilfsbereitschaft, zu einem möchte man sich nicht zum Affen machen doch andererseits möchte man einer Person in Not helfen. Nach dem  man die Situation als Notfall bewertet hat muss man sich verantwortlich fühlen und danach sein Handlungswissen aktivieren, als letzter Schritt gilt das eingreifen.

 Nur wenige können alle fünf Hürden überwinden und taugen als Alltagshelden.

Wer Zivilcourage zeigt sollte, folgende Verhaltensregeln im Notfall zu beachten:

  • Beobachten Sie den Täter und prägen sie sich auffällige Merkmale ein (kann eine spätere Fahndung erleichtern)
  • Helfen Sie, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Vor allem bei Bewaffneten ist Zurückhaltung geboten.
  • Sprechen oder fassen sie den Täter nicht an, sondern konzentrieren Sie sich auf das Opfer.
  • Treten sie nicht aggressiv auf, sondern sachlich und beschwichtigend.
  • Sprechen Sie weitere Anwesende direkt an und bitten Sie diese um Hilfe, z.B. indem Sie andere auffordern, per Notruf 110 die Polizei zu verständigen.
  • Laufen Sie nicht weg, um Hilfe zu holen. Das Opfer hat in diesem Fall das Gefühl, Sie lassen es allein. Beruhigen oder trösten Sie das Opfer und leisten Sie gegebenenfalls Erste Hilfe.
  • Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung 

Eine Umfrage zu Gewalt in der Öffentlichkeit zeigt, dass Männer im Schnitt öfter in der Öffentlichkeit angegriffen werden als Frauen, doch ihnen auch mehr geholfen wird. Die Umfrage zeigt das Frauen am meisten durch einen Anruf bei der Polizei geholfen wird, wohingegen Männern am meisten durch verbales Einschreiten geholfen wird.

Wer diese Tipps beherzigt, kann in Notsituationen vielen Menschen helfen und ihnen womöglich sogar das Leben retten. Wenn wir in Zukunft die Gewalt in der Öffentlichkeit verhindern und die Welt zu einem besseren Ort machen wollen, sollten mehr Menschen Zivilcourage zeigen und sich angesprochen fühlen, wenn die Würde eines Menschen angegriffen wird.

 

Zivilcourage von Robin (8b)

            Es ist ein alltägliches Problem in unserer Gesellschaft, dass jemand von einer anderen Person verbal oder körperlich angegriffen wird. Das kann alles von einer relativ harmlosen Mobbing-Beleidigung bis zu einer schwerwiegenden Vergewaltigung sein. Und wenn jemand bei einem solchen Fall eingreift und hilft, sieht man ihn als Held an.

            Warum? Der Eingreifende zeigt Zivilcourage, eine Einstellung, die für unsere Gesellschaft sehr wichtig ist. Um Zivilcourage zu zeigen, muss man nicht nur hilfsbereit sein, man muss auch bereit sein, den bösen Willen einer dritten Partei in Kauf zu nehmen.

            Genau dieser letzte Punkt ist wichtig, weil ~30% aller Menschen in Deutschland (sehe Deutschbuch) einmal in der Öffentlichkeit körperlich angegriffen wurden. In einer Schulklasse mit 20 Kindern sind das sechs Schüler, die einmal in ihrem Leben angegriffen werden. Und wenn man verbale Angriffe auch hinzuzählt, wird die Zahl bestimmt noch größer. In der Statistik gibt es auch ein Balkendiagramm, aus dem man schließen kann, dass ~50% der Angegriffenen nicht geholfen wird.

            Wie entsteht eine so schrecklich hohe Zahl? Es ist doch klar: Wenn man jemanden in Gefahr sieht, hilft man ihnen, oder? In einem Interview des „Spiegel” meint Psychologin Veronika Brandtstätter, es kämpften zwei Werte gegeneinander: Der Wert, jemandem in Not helfen zu wollen und der Wert der Privatsphäre. Zivilcourage sei auch eine Frage ihrer Verbindlichkeit mit anderen Werten wie Solidarität mit Schwächeren, Toleranz und Hilfbereitschaft. Andere Eigenschaften, die Menschen mit Zivilcourage vereinten, seien die Fähigkeit zur Empathie, ein gesundes Selbstvertrauen und die Bereitschaft, soziale Verantwortung zu übernehmen.

„Also, dieses ganze Gelaber mit Werten ist schön und gut”, höre ich euch tippen, „aber wie hilft es mir, selber ein Held zu werden?”

            Dazu gibt es fünf Hürden, die ihr überwinden müsst. Die ersten zwei sind simpel: Ihr müsst zuerst die Situation wahrnehmen und Sie dann als Notfall einschätzen. Ein Beispiel dazu wäre, dass man die zwei Zehntklässler zuerst mit dem Fünftklässler sehen müsste, dann erkennen müsste, dass der Fünftklässler tatsächlich gemobbt wird.

            Danach kommt ein schwieriger Schritt: Ihr muss euch verantwortlich fühlen. Beim Mobbing-Beispiel dürfen Sie nicht denken: „He, der da ist näher dran, lass ihn sich darum kümmern, und weggehen, denn wenn sie das denken, könnte es sein, dass A) niemand sonst Hürden 1 oder 2 überwunden hat, oder B) jeder so denkt wie sie und niemand dem Mobbing ein Ende macht. Außerdem wären sie dann auch nicht mehr der Held. Stattdessen muss man denken: „Oje, was kann ich machen, damit der arme Fünft-Klässler nicht mehr gemobbt wird?”, und sich zur vorletzten Hürde begeben.

Bei dieser müssen sie ihre Erfahrung einsetzen. Haben Sie das „Know-How” (Wissen oder Erfahrung, direkt übersetzt „Wissen-Wie“) dafür, wie man bei dieser spezifischen Situation agieren muss? Solltest du die Polizei anrufen oder selbst eingreifen, reden oder körperlich werden? Dieses „Know-How” zu erlernen ist der Fokus vieler Zivilcourage-Trainings.

Jedoch steht danach zwischen Ihnen und dem Held noch eine riesige, letzte Hürde: Das eigentliche Eingreifen. Es gibt hier zwei Ausgangsituationen: Entweder man hat gutes Hintergrundwissen, oder man hat fast gar keins. Bei Situation 1 ist es nicht extrem schwierig einzugreifen, weil man sicher ist, das Richtige zu machen. Wenn man aber wie bei Situation 2 wenig Hintergrundswissen hat, plagen einen (vielleicht sogar zurecht) Gedanken wie: „Was ist, wenn sich das Mobbing morgen verschlimmert, weil die Zehnt-Klässler ihren Wut auf das Opfer loslassen, sobald ich weg bin?”. In solchen Umständen kann es schwierig sein, einzugreifen, aber Opfer öffentlichen Missbrauchs sind sich einig, dass das schlimmste Gefühl das sei, sich von allen im Stich gelassen zu fühlen. Das heißt: „Hilf, auch wenn du dir nicht ganz sicher bist!”

            Die Moral der ganzen Geschichte: Es ist schwierig, ein Held zu werden; Deshalb werden sie so verehrt. Doch es ist möglich, wenn man bereit ist, dafür seine Wertorientierung zu verändern, ein Auge für solche unangenehmen Situationen offen zu halten und sich für solche Situationen verantwortlich zu fühlen. Denke statt „Der da ist dichter dran”, „Ich kann das genauso gut machen, und er sieht es vielleicht nicht.”. Denke statt: „Vielleicht wird es für das Opfer noch schlimmer”, „Wenn ich nicht eingreife, fühlt sich das Opfer allein und so, als fände niemand seine Situation so schlimm, dass irgendjemand eine Sekunde ihres Tages verschwenden würden, um ihm/ihr zu helfen.”

Denke: „Nun bin ich der Held.”

 

Mehr Alltagshelden schaffen von Sofia (8b)

Habt Ihr schon mal eine Situation erlebt, in der eine Person von einer anderen belästigt, körperlich oder verbal angegriffen wird und Ihr nicht wisst, wie Ihr handeln sollt?

Laut einer Umfrage ist ein erheblicher Teil der Gesellschaft bereits körperlich oder verbal angegriffen worden.  Allerdings wird ihnen bei solchen Notsituationen meistens nicht geholfen.

Man hat herausgefunden, dass ein Drittel aller Männer und ein Fünftel aller Frauen schon einmal oder mehrmals körperlich angegriffen wurden, dies bei 1000 Befragten. Jedoch wird Frauen durch körperliches oder verbales Einschreiten im Durchschnitt seltener geholfen als Männern. Warum schreiten nicht mehr Menschen ein, wenn sie sehen, dass andere in Not sind?

In einem Artikel des SPIEGEL berichtet die Psychologin Veronika Brandstätter, dass die Ursache für solches Benehmen der Kampf von zwei Werten sei. Einerseits, meint sie, gebe es eine Überzeugung, jemanden in Not zu helfen. Doch dann komme die Ungewissheit und man frage sich, ob man die Situation für das Opfer nur noch verschlimmere, oder sich lächerlich mache, indem man fragt, ob alles in Ordnung sei und dann ist es nur eine lächerliche Rauferei. Also sage man sich selbst: „Das wird nicht so schlimm sein“, und man liefe weiter. Dieses Benehmen hat die Psychologin erforscht und herausgefunden, dass man dies durch Zivilcourage ändern kann. Dadurch, dass sich Zivilcourage an den humanen Grundwerten orientiert, die nach Veronika Brandstätter Toleranz, Hilfsbereitschaft, Solidarität mit Schwächeren und Empathie seien, und dies von Menschen gezeigt werde, die ein Gespür für Unsicherheit hätten, könnten Menschen diese lernen und im Alltag verwirklichen. 

Zivilcourage kann man mit "sozialem Mut" übersetzen. Gemeint ist, dass Menschen aus der Bevölkerung den Mut haben, bei Konflikten und Gewalttaten einzugreifen und Hilfe zu leisten. Jemand mit Zivilcourage, der einen Streit, Angriff oder eine negative Bemerkung beobachtet, zeigt Mut, da er sich für das Opfer einsetzt, obwohl er ausgelacht oder verletzt werden könnte. In diesem Zusammenhang kann man den entscheidenden Unterschied zwischen Hilfsbereitschaft - das eigene Leben in Gefahr bringen - und Zivilcourage - sich für jemanden einsetzen, der von einem Dritten bedroht wird - erkennen.

Nach einem psychologischen Modell sind es fünf Hürden, die man überwinden muss, um Zivilcourage zu zeigen. Als erstes sollte man die Situation auch bei Ablenkungen wahrnehmen können und sich das Opfer und den Täter einprägen. Dabei sollte man sich wichtige Merkmale merken: Kleidung, Haarfarbe oder auffällige Tätowierungen. Wenn man lernt mit solchen Situationen umzugehen, kann man leicht bewerten, ob es sich es um einen Notfall handelt und man dann die Verantwortung übernehmen kann. Dementsprechend entscheidet man sich, ob man die Polizei anrufen soll, zwischen das Opfer und den Täter stellen soll oder Hilfe anbieten soll. Wenn Menschen durch das Zivilcourage-Training für Zivilcourage sensibilisiert werden, dann können Angriffe, rassistische Bemerkungen oder Mobbingfälle verhindert werden.

Insgesamt halte ich es für sinnvoll, ein Zivilcourage-Training zu absolvieren, weil man die notwendigen Verhaltensregeln kennenlernt und den Umgang mit derartigen Situationen besser meistern kann und dadurch vielleicht mehr Menschen in Zukunft Hilfe leisten kann.

 

 

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